Dresden (ddp-lsc). Mit strahlenden Augen und einem frischen Lächeln empfängt Schauspielerin Ursula Geyer-Hopfe ihre Gäste. Das weite Gewand, das sie trägt, passt zur großzügigen Gründerzeit-Wohnung am Fuße der Radebeuler Weinberge. Auch die feste Stimme, mit der sie nach wie vor auf den Brettern des Staatsschauspiels Dresden Zuschauer in ihren Bann zieht, passt bestens zu der resoluten Person. Kaum zu glauben, dass diese Frau 86 Jahre alt ist. Geyer-Hopfe ist eine der ältesten aktiven Schauspielerinnen Sachsens.
Auch wenn sich auf Anfrage weder der Deutsche Bühnenverein noch die Bühnengenossenschaft oder die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen festlegen wollen: Sie ist nach eigenen Angaben auch eine der am längsten tätigen Schauspielerinnen Deutschlands überhaupt. Erstmals stand sie mit vier Jahren auf einer Bühne.
Begonnen hat alles in Freiberg, ihrer Heimstadtstadt: «Ich sehe die Bilder meiner Kindheit noch ganz deutlich: Meine Eltern waren Mitglied beim Laientheaterverein Hilaritas, der im Freiberger Tivoli auftrat.» Auch ihren eigenen Auftritt hat sie noch gut in Erinnerung.
Den Start der eigentlichen Karriere markierte ein Talentwettbewerb in Freiberg. «Ich wurde Kreissiegerin und kam - auch wenn es Vater nicht wollte - zum Landesausscheid ins Dresdner Residenzschloss, das damals, 1944, noch unzerstört war.» Noch heute ist sie irritiert, dass ein solch aufwendiger Wettbewerb mitten im Krieg veranstaltet wurde. Das Fräulein wurde beste sächsische Nachwuchsdarstellerin. «Diese Entscheidung prägte mein ganzes Leben.» Immerhin war die Siegprämie ein Stipendium für die Schauspielschule in Weimar.
Mit Kriegsende platze der Traum. Um der Familie zu helfen, ging Geyer-Hopfe in die Landwirtschaft, bis sie Freundin und Mentorin Eva Heisterberg an das Freiberger Theater holte, als Komparsin. «Wenn Zeit war, habe ich mir von der Beleuchterbühne aus jede Vorstellung angesehen», erinnert sie sich. Der nächste Schritt gelang ihr, als Kollegin Inge Keller erkrankte und sie einsprang. Von Freiberg ging es 1952 ans Theater nach Zwickau und von dort beinahe an das Berliner Ensemble zu Helene Weigel (1900-1971).
Sie weiß, dass darüber noch heute mancher den Kopf schüttelt, aber Geyer-Hopfe fuhr an die Brechtbühne - und sagte ab. Aus Liebe. «Ich hatte es meinem Mann versprochen.» Der ihr seit 1948 Angetraute arbeitete als Veterinär in Dresden. Die Ehe hielt übrigens bis zu seinem Tod im Jahr 1999.
Ihr Mann hatte sich 1958 aber in Dresden gekümmert, so dass Geyer-Hopfe am Theater der Jungen Generation (TdGJ) begann. »Dort habe ich gelernt, Theater zu ...
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